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Das Vorhaben

Zur Sicherung der Schutzfunktion für ein Hochwasser HQ100 ist die Errichtung einer Hochwasserschutzwand Im Bereich der wasserseitigen Böschung des Gimritzer Dammes vorgesehen. Sie wird als tragende und dichtende Stahlbetonwand ausgebildet. Die Gründung erfolgt auf Bohrpfählen. Die Bohrpfähle weisen einen Durchmesser von 88 cm auf und sind mit einem Achsabstand von 3,0 angeordnet. Die Länge beträgt bis zu 7 m ab Unterkante Kopfbalken. Auf dem Kopfbalken sitzt die 0,5 m breite durchgehende Wand auf.

Die Bemessung erfolgte entsprechend den Technischen Vorschriften und Regelwerken für die Errichtung von Hochwasserschutzanlagen, insbesondere der DIN 19712 und des Merkblattes DWA-M 507-1:

    Oberkante der Hochwasserschutzanlage = Wasserstand des HQ100 + Freibord 

    mit    Wasserstand des HQ100: aus zweidimensionaler hydronumerischer Modellierung
             Freibord (Sicherheitsmaß): Ansatz des Mindestwertes von 0,50 m nach DIN 19712

Landseitig wird im Bereich der ehemaligen Krone des Altdeiches ein Unterhaltungs- und Verteidigungsweg angeordnet. Dieser erfüllt gleichzeitig die bisherige Funktion als Geh- und Radweg. Der Damm und der landseitige Baumbestand bleiben soweit möglich erhalten. Um eine möglichst gute Einpassung in das Landschaftsbild zu gewährleisten, wird die Wand wasserseitig angeschüttet.

Regelquerschnitt km 0+300

 

Querungen

Zur Gewährleistung der Durchgängigkeit der vorhandenen Querungen sind in der Hochwasserschutzwand Scharten vorgesehen, die im Hochwasserfall mittels mobiler Dammbalkensysteme verschlossen werden. Die Scharten sind an folgenden Stellen vorgesehen:

    Querung Sandanger
    Querung Zur Saaleaue
    Querung Selkestraße
    Querung Blücherstraße

Querung Selkestraße

Die lichte Durchgangsbreite variiert in Abhängigkeit von der Funktion der Querungen zwischen 3 m und 6,5 m. Um den wasserseitigen Höheunterschied zu überwinden sind Rampen- und Treppenanlagen vorgesehen. Die Rampen- und Treppenanlagen orientieren sich der Gestaltung der luftseitigen Anlagen der Straßenplanung Gimritzer Damm. Die Rampen werden barrierefrei ausgeführt. 

 

 

Hochwasserschutzanlage am Hochwasserpumpwerk

Das Hochwasserpumpwerk der Halleschen Wasser- und Stadtwirtschaft GmbH befindet sich in der wasserseitigen Böschung des bestehenden Deiches. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und des Leitungsbestandes im Altdeich geht die Hochwasserschutzwand im Bereich des Hochwasserpumpwerkes in einen Deich über. Zum Pumpwerk wird der Deich mit Winkelstützelementen abgefangen. Der Anschluss zwischen Hochwasserschutzwand und Schachtbauwerk erfolgt mit bindigem Material.


Geländeabtrag im Saalevorland

Im Zuge des Vorhabens erfolgt eine Geländemodellierung im Bereich der ehemaligen Eissporthalle, nördlich des Festplatzes. Vorgesehen ist ein Abtrag des hoch liegenden Bereiches auf die Höhe des umliegenden Geländes mit
77,50 mNHN bis 76,50 mNHN. Der Hochwasserabflussbereich und Retentionsraum wird damit vergrößert.
Im Zuge des Vorhabens wird der 2015 begonnene Deichkörper am Sandanger zurückgebaut. Auf den Flächen wird der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt.


Bauausführung

Für die Baumaßnahme ist eine Bauzeit von etwa 10 Monaten erforderlich.

Als wesentliche bauvorbereitende Maßnahme ist die Verlegung der Leitungen aus der Bautrasse erforderlich. Der vorhandene Bewuchs einschließlich der Wurzeln muss im Baubereich auf der Wasserseite des Altdeiches entfernt werden.

Die Errichtung der Hochwasserschutzwand beginnt mit dem Einbringen der Bohrpfähle. Es sind insgesamt etwa 400 Bohrpfähle mit einer Länge von ca. 7 m einzubringen. Um die Bauzeit so kurz wie möglich zu gestalten ist eine übergreifende Bautechnologie geplant. Das heißt, die Bewehrungs- und Betonarbeiten an Kopfbalken und Stahlbetonwand beginnen nach der entsprechende Zeit für das Aushärten der Pfähle überlappend zu den Bohrpfahlarbeiten.

Die Erdarbeiten und Gestaltungsmaßnahmen erfolgen nach Fertigstellung der Hochwasserschutzwand.


Visualisierung

Eine Visualisierung des Vorhabens können Sie hier als Video herunterladen.

Video als Download (ca. 142 MB)